Island - Fremdes Land

Island - Fremdes Land: Das Reisebuch des Dithmar Blefken 1563-1565. Lateinischer Text der Erstausgabe von 1607, Übersetzung mit Anmerkungen und Anhang zur historischen Kartographie Islands

GERHARD HOLZER
ROBERT WALLISCH
Series: Edition Woldan
Volume: 4
Copyright Date: 2012
https://www.jstor.org/stable/j.ctt3fgkkh
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    Island - Fremdes Land
    Book Description:

    Für den modernen Leser offenbart die Lektüre von Blefkens Islandia (1607) den Eindruck eines von der Wildheit der fernen Insel positiv beeindruckten Autors. Wunderberichte halten sich bei weitem in den für die Zeit üblichen Grenzen und werden vom Autor immer mit kritischer Distanz vorgestellt. Weniges in Blefkens Bericht, wie z.B. das Grönlandabenteuer oder die Suche nach der Nordostpassage, mag – in heute unklärbarem Ausmaß – aus anderen Erzählungen zur Mehrung der Datendichte übernommen sein. Im wesentlichen aber zeigt sich Blefken sogar als besonders ehrlicher und von Ruhmessucht unberührter Autor, wenn er etwa im letzten Kapitel seines Berichtes das Scheitern der Hekla-Expedition aus jugendlicher Verantwortungslosigkeit schildert und von sich selbst alles andere als ein heroisches Bild zeichnet. Am Ende des Buches steht jedenfalls ein Erlebnis des Autors, in dem sich die magische Atmosphäre des Landes mit dem Hinweis auf eine persönliche Freundschaft Blefkens zu einem Islänger verbindet. Blefken, der deutsche Gelehrte, überlässt dem isländischen Freunde seine Bücher und dieser knüpft dem Fremden magische Knoten ins Taschentuch, die ihm am Meer den rechten Wind zur Heimkehr bescheren sollen. In quälender Flaute löst Blefken die heidnischen Knoten und der Zauber Islands bringt ihn zurück nach Europa.

    eISBN: 978-3-7001-7341-0
    Subjects: Religion

Table of Contents

  1. Front Matter
    (pp. 1-6)
  2. Table of Contents
    (pp. 7-8)
  3. Einleitung
    (pp. 9-14)

    Über die Person des Dithmar Blefken ist nur das wenige bekannt, das er selbst in seinem Islandbuch und der dazugehörigen Vorrede an den Leser (hier aus chronologischen Gründen nachgestellt) verraten hat. Als protestantischer Prediger von niederdeutscher Herkunft lebte Blefken noch jung an Jahren in Hamburg, wo er 1563 die für sein Leben prägende Entscheidung traf, einen deutschen Kauffahrer als Schiffsprediger nach Island zu begleiten. Nach neun Monaten auf der Insel schloss er sich (angeblich) einer erfolglosen Grönlandexpedition an und kehrte nach Island zurück, wo er unfreiwillig überwintern musste. Aufgrund politischer Wirrnisse wählte er 1565 für seine Heimfahrt ein portugiesisches Handelsschiff,...

  4. Islandia (lateinischer Text)
    (pp. 16-85)
    Dithmar Blefken

    [I] Cum iam anni plus quam quadraginta sint, Lector, quod ex Islandia redii, mirari possis, quare nunc demum hosce commentariolos in lucem prodire sinam. Causam igitur tam diuturni silentii indicabo. Ex Islandia renavigavi Lissabonam, ubi regias naves aliquot ad Herculis Columnas, in Indiam navigare paratas, in anchoris esse audiveram. Cupiditate videndi Indiam accensus, duobus Germanis, qui et ipsi, quod ego, cupiebant, comitatus, terrestri itinere eo sumus profecti. Sed naves, priusquam veniremus, solverant. Hac spe frustrati traiecimus in Aphricam Goletam usque. Inde ceteri duo redierant in Hispaniam.

    [II] Forte incidi in hominem Daventriae natum, qui et ipse

    1 afino lnmipnafiir afmiio...

  5. Von Thule bis Islanda Die kartographische Darstellung Islands von den Anfängen bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
    (pp. 86-100)

    Lange blieb das knapp südlich des Polarkreises gelegene Island, obwohl spätestens seit dem 7/8. Jahrhundert bekannt, trotz seiner beträchtlichen Größe von über 100.000 km² von den Kartographen des Mittelalters und der frühen Neuzeit unbeachtet. Weit abseits der territorialen Interessen der mitteleuropäischen Mächte gelegen, war es auf den Karten nur eine von vielen Phantasie-Inseln, die mit wechselnden Positionen den Nordatlantik „bevölkerten“.

    Auf Grund der Berichte des Pytheas von Massilla (4. Jhdt. v. Chr.) vielfach mit der mythischen Insel Thule gleichgesetzt, findet es erst auf der um 1040 hergestellten sogenannten Anglo-Saxon Cotton World Map¹ als Islanda seine erste namentliche Erwähnung. Im Laufe...

  6. Literaturverzeichnis
    (pp. 101-102)
  7. Index nominum et locorum
    (pp. 103-106)