Medieval Church Law and the Origins of the Western Legal Tradition

Medieval Church Law and the Origins of the Western Legal Tradition: A Tribute to Kenneth Pennington

Wolfgang P. Müller
Mary E. Sommar
Copyright Date: 2006
https://www.jstor.org/stable/j.ctt3fgq41
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  • Book Info
    Medieval Church Law and the Origins of the Western Legal Tradition
    Book Description:

    In this volume dedicated to medieval canon law expert Kenneth Pennington, leading scholars from around the world discuss the contribution of medieval church law to the origins of the western legal tradition.

    eISBN: 978-0-8132-1919-6
    Subjects: Religion

Table of Contents

  1. Front Matter
    (pp. i-iv)
  2. Table of Contents
    (pp. v-viii)
  3. Preface
    (pp. ix-x)
    WPM and MES
  4. Abbreviations
    (pp. xi-xviii)
  5. Introduction: Medieval Church Law as a Field of Historical Inquiry
    (pp. 1-14)
    Wolfgang P. Müller

    The study of medieval ecclesiastical norms, known among experts as ‘medieval canon law’ (from the Greek word, kanōn, for ‘rule’), concerns the period roughly coinciding with the Western Middle Ages, between 500 and 1500 a.d. Its geographical focus includes all territories of the Latin Church, as opposed to the Eastern European areas of ‘Byzantine Canon Law’, which rather followed Greek liturgy and were culturally oriented toward the capital of the former Eastern Roman Empire, Constantinople or Byzantium.¹ The fundamental difference between the two, Greek and Latin, hemispheres, politically reinforced by the fourth-century division of the Roman Empire and sealed by...

  6. PART ONE. Western Church Law in an Age without Jurists, ca. 500–1140
    • 1 Kanonisches Recht und Busspraxis: Zu Kontext und Funktion des Paenitentiale Excarpsus Cummeani
      (pp. 17-32)
      Ludger Körntgen

      Die Entwicklung der kirchlichen Busspraxis im frühen und hohen Mittelalter bietet ein Beispiel für das differenzierte und wechselseitige Verhältnis von geschriebenem Recht und Rechtspraxis. Obwohl seit der Spätantike klare Normen schriftlich fixiert waren, die ein allgemeines kirchliches Verfahren unter Kontrolle der Bischöfe regelten, entwickelte sich ausgehend von Irland und dem irisch beeinflussten England eine Praxis, die sich weitgehend am Beispiel der monastischen Disziplin orientierte und das Bekenntnis gegenüber dem Priester sowie die Zuteilung bestimmter Bussauflagen durch diesen in den Mittelpunkt stellte.¹ Das monastische Vorbild führte dazu, dass Busse jetzt für kleinste Nachlässigkeiten des täglichen Lebens geleistet werden konnte; weil zugleich...

    • 2 Zu Effektivität und Aktualität von Reginos Sendhandbuch
      (pp. 33-49)
      Wilfried Hartmann

      Eine alte und immer noch ungeklärte Frage ist, ob die Sammlungen des kirchlichen Rechts überhaupt im praktischen Rechtsleben benutzt wurden. Am ehesten scheint dies noch beim Sendhandbuch Reginos von Prüm erwiesen werden zu können, denn dieses Werk wurde für die Praxis des Sendgerichts zusammengestellt. Ob es allerdings dort auch auf dem Tisch des bischöflichen Richters lag, wissen wir nicht.¹ Was wir aber wissen oder ergründen können, ist, in welcher Weise sich der Verfasser des Werks bemühte, ein Buch zusammenzustellen, das den aktuellen Bedürfnissen beim bischöflichen Gericht entsprach.

      In einem Brief, mit dem Regino von Prüm sein kirchenrechtliches Handbuch dem Erzbischof...

    • 3 Zur Entstehung des Sendgerichts im 9. Jahrhundert
      (pp. 50-56)
      Rudolf Schieffer

      Das Sendgericht ist charakteristischer Ausdruck der bischöflichen Diözesanhoheit in der mittelalterlichen Kirche.¹ Seine Basis war weniger die seit ältester Zeit bestehende Disziplinargewalt über den Klerus als ein umfassend verstandener Seelsorgeauftrag gegenüber allen Gläubigen, die von sündhaftem Handeln abgehalten werden sollten, vor allem soweit es öffentlich sichtbare Formen wie Totschlag, Raub, Ehebruch, Inzest (Verwandtenehen) oder manifesten Aberglauben annahm. Über die blosse Visitationspraxis hinaus, die ebenfalls bereits spätantike Wurzeln hatte,² handelte es sich um ein förmliches Verfahren, bei dem vereidigte Sendzeugen Auskunft über vorgefallene Vergehen zu geben hatten und so eine inquisitorische Untersuchung der erhobenen Beschuldigungen mit dem Ziel einer Bestrafung durch...

    • 4 Ein Kanonist bei der Arbeit: Kleine Rechtstexte aus Codex Barcelona, Archivo de la Corona de Aragón Ripoll 77
      (pp. 57-65)
      Gerhard Schmitz

      Was macht ein Rechtsgelehrter, wenn er praktisch arbeitet? Er liest, denkt und schreibt. Das war im Mittelalter nicht anders als es heute ist. Praxis kann nicht nur heissen: Anwendung, Exekution des Rechts, Umsetzung von Vorschriften in Verfahren und Urteil. Der Anwendung geht die Bildung von Rechtsauffassungen und das Studium des Überkommenen voraus. Die Formung bestimmter Rechtsanschauungen ist ein aktiver Aneignungsprozess, in dem die Traditionsmasse kritisch gesichtet und interpretiert, kommentiert, komprimiert oder auch neu formuliert wird. Wir können solche Prozesse nicht allzu oft verfolgen. Was sich uns in den Handschriften präsentiert, sind häufig lediglich Exzerpte von Kanones oder Rechtssätzen anderer Provenienzen,...

    • 5 Vengeance and Law in Eleventh-Century Worms: Burchard and the Canon Law of Feuds
      (pp. 66-76)
      Greta Austin

      At the beginning of the eleventh century, Burchard, bishop of Worms, composed the Decretum, a massive compilation of canonical materials in twenty books.¹ From the outset, Burchard sought to identify basic concepts that were constants in the canonical tradition. He believed that the existing books of canon law were chaotic and inconsistent.² To make the canons agree with one another, he checked them against overarching scriptural principles that he found in the Bible and the canonical tradition.³

      Yet how did Burchard go about identifying these principles and applying them in the Decretum? We can see better how he derived these...

    • 6 Gedanken zum Institut der Chorbischöfe
      (pp. 77-94)
      Jörg Müller

      Als ‘episodenhafte Erscheinung der karolingischen Epoche … mit angelsächsischem Ursprung’, so charakterisiert H. v. Schubert in seiner Geschichte der christlichen Kirche im Frühmittelalter die Chorbischöfe.¹ Der Befund der Belanglosigkeit wird durch den Blick in ältere Lexika gestützt, die häufig das Lemma gar nicht kennen. Die das heutige Verständnis prägenden Monografien oder umfangreicheren Artikel stammen noch aus der Zeit der vorigen Jahrhundertwende.² Langsam ändert sich jedoch das Bild, wie sich an neueren Auflagen und Aufsätzen—jüngst im Zusammenhang mit der fortschreitenden Erhellung des pseudo-isidorischen Fälschungskomplexes—ablesen lässt.³ Eine der Ursachen für das erwachende Interesse dürfte sein, dass die Geschichte der Kirche...

  7. PART TWO. The Formation of Canonistic Theory:: Authors and Texts, ca. 1140–1350
    • 7 Neither Slave nor Free: Theology and Law in Gratian’s Thoughts on the Definition of Marriage and Unfree Persons
      (pp. 97-109)
      Anders Winroth

      In Causa 29, Gratian discusses the case of a bride who by mistake married the wrong man. To make things worse, the imposter was not a free man, but a slave. In a meandering discussion, Gratian treats the legal ramifications of this situation.¹ C.29 is among the shortest in the first recension of the Decretum. It contains three canons and five dicta, and its first question is unusual for not containing any canons at all. It is an interesting causa for what it reveals about Gratian’s background, outlook, and attitudes.

      On the evidence of C.29, Gratian was a legal scholar...

    • 8 Reos sanguinis [non] defendat ecclesia: Gratian, mit einem kurzen Blick erhascht?
      (pp. 110-122)
      Titus Lenherr

      War der Anfang so leise, dass der ‘Anfänger’ nicht bemerkt wurde? War das Neue so aufregend, dass der, der darauf kam, übersehen wurde? Wie ist es passiert, dass uns von Gratian ‘nur’ der Name und das, was er geschaffen hat, überliefert ist, die Concordia discordantium canonum?¹ Wir wissen es (noch) nicht. Gratian gehört so zu den grossen ‘Anonymen’, die ganz hinter ihr Werk zurücktreten, reine Diener einer Botschaft sind.² Vielleicht hält gerade das die Frage nach ihrer Person wach, danach, wer sie sind und was sie auszeichnet.

      Das Neue ist nur wahrnehmbar auf der Folie des Alten. Wir müssen wissen,...

    • 9 Twelfth-Century Scholarly Exchanges
      (pp. 123-133)
      Mary E. Sommar

      In recent years, the debate about the genesis of the most influential legal text of the twelfth century, Gratian’s Decretum, has grown more complicated and more fascinating.¹ As I write this, it is generally agreed that the version of the Decretum that has been familiar since at least the beginning of the thirteenth century is the end product of a long series of stages of composition and refinement. There may well have been multiple authors or compilers; the process may have begun as early as 1120; and a number of manuscripts that were thought, before 1990, to be later abbreviations...

    • 10 Notas sobre las introducciones In prima parte agitur y Hoc opus inscribitur
      (pp. 134-153)
      Carlos Larrainzar

      1. Quienes dedicamos nuestros afanes a la investigación de las fuentes canónicas medievales, desde hace ya unos cuantos años, hemos de agradecer al Prof. Kenneth Pennington su impulso al formidable proyecto editorial sobre la History of Medieval Canon Law, que ya ha comenzado a dar sus primeros frutos.¹ En la espera de la publicación de los tomos sobre la ‘etapa clásica’, deseo contribuir al homenaje a nuestro colega, tan querido para tantos, con una colaboración sobre algunas de las ‘introducciones’ al Decreto de Graciano que muestran los códices más tempranos de su vasta tradición manuscrita: en especial, sobre la denominada por...

    • 11 A Fragment of Compilatio prima at Columbia University
      (pp. 154-158)
      Robert Somerville

      The general outline of the developments in canon law between c. 1140 and 1234 is well known, even to non-specialists.¹ In the century between the appearance of the textus receptus of Gratian’s Decretum, c. 1140, and the promulgation of the Decretales of Pope Gregory IX in 1234 the schools and the papacy took charge of the study and the promulgation of the Church’s law. Some of the collections of papal decretals which served as the principal vehicles for the law’s diffusion circulated widely. It is a pleasure to dedicate this note about one of those famous compilations to Ken Pennington,...

    • 12 Die Phi.-Glossen der Collectio Cassellana
      (pp. 159-169)
      Peter Landau

      Die Dekretalensammlung Collectio Cassellana wurde von dem grossen Kanonisten Justus Henning Böhmer (1674–1749) anlässlich seiner Edition des Corpus Iuris Canonici 1747 in einer Handschrift der Landesbibliothek Kassel (MS Jur. 15) entdeckt und als zweiter Appendix zu seiner umfangreichen Ausgabe vollständig ediert.¹ Die Sammlung gehört daher bis heute zu den wenigen im Volltext edierten Kompilationen aus der Zeit vor Bernhard von Pavia und wurde in der Dekretalenforschung des 19. und 20. Jahrhunderts vielfach berücksichtigt. Nach der Entdeckung der Collectio Bambergensis durch Schulte erkannte Emil Friedberg, dass die Cassellana eine ‘fast vollständige Reproduktion von Q’ (= Bambergensis) sei.² Friedberg lieferte in...

    • 13 ‘Mute Dogs, Unable to Bark’: Innocent III’s Call to Combat Heresy
      (pp. 170-178)
      Keith H. Kendall

      Pope Innocent III (1198–1216) issued the decretal Vergentis on 25 March 1199, at the beginning of his second year on the papal throne. He wrote it to the clergy, secular officials, and people of Viterbo, a city notorious at the time for harboring heretics. Viterbo was in the patrimony of St. Peter, making the pope the secular overlord of the city as well as its direct ecclesiastical superior. The situation in Viterbo posed an immediate threat to Innocent’s secular and spiritual authority. With Innocent demanding that the bishops in Languedoc take action against the Cathars in their midst, moreover,...

    • 14 Johannes Faventinus on Marriage (With an Appendix Revisiting the Question of the Dating of Alexander III’s Marriage Decretals)
      (pp. 179-198)
      Charles Donahue Jr.

      The Summa decretorum of Johannes Faventinus has not received a very good press. It is largely, as the author himself admits, a ‘scissors-and-paste job’, a compilation of quotations and near quotations from the summae of Rufinus and Stephen of Tournai.¹ It is perhaps for this reason that, so far as I am aware, no one has seriously looked at what Johannes has to say about marriage. What he has to say about marriage under the rubric of C.27 q.2 (the sponsa duorum) is not what either Rufinus or Stephen said on the topic, although Johannes borrows from both. What Johannes...

  8. PART THREE. Canonistic Doctrine in Practice:: Courts and Procedures, ca. 1140–1500
    • 15 The Advocate’s Dilemma: What Can You Tell the Client? A Problem in Legal Ethics
      (pp. 201-210)
      James A. Brundage

      When Ken Pennington came to my office in 1965 to tell me that he wanted to do graduate work in medieval history, the possibility that nearly forty years later I would be writing a paper for a Festschrift in his honor was certainly the furthest thing from my mind. That I am delighted to be doing so goes without saying. To have watched Ken become a scholar of unrivaled eminence in the field to which I first introduced him has been one of the greatest rewards of my career. I dedicate this brief note to him with heartfelt affection and...

    • 16 L’usuraio, il testamento, e l’Aldilà: Tre quaestiones di Marsilio Mantighelli in tema di usura
      (pp. 211-228)
      Orazio Condorelli

      La canonistica bolognese degli ultimi tre decenni del secolo XIII rappresenta un promettente campo di indagine. Si tratta di personaggi ancora poco noti o del tutto oscuri, senz’altro minori rispetto ai giganti della generazione precedente come Sinibaldo dei Fieschi e l’Ostiense, o a più celebri contemporanei come Guglielmo Durante, o a maestri, come Guido da Baisio, le cui fortune si prolungano nel secolo XIV. Siamo di fronte, peraltro, a una generazione il cui lavoro ha posto le basi per le elaborazioni dottrinali dell’epoca successiva. Ignorare o trascurare le figure di questi giuristi minori significherebbe ignorare o trascurare una delle linee...

    • 17 Ein neues Kapitel in der Geschichte des kirchlichen Strafrechts: Die Systematisierungsbemühungen des Bernhard von Pavia († 1213)
      (pp. 229-251)
      Lotte Kéry

      In dem Jahrhundert zwischen der Entstehung des Decretum Gratiani (um 1140) und der Publikation der großen Dekretalensammlung Papst Gregors IX., des Liber Extra (1234), wurden nicht nur die entscheidenden Weichenstellungen für eine Emanzipation des Kirchenrechts als Wissenschaft vorgenommen, sondern auch für eine systematische Behandlung des kirchlichen Strafrechts als eigenständige und klar abgegrenzte Rechtsmaterie.¹ Wie schon Stephan Kuttner in seiner grundlegenden Untersuchung zur strafrechtlichen Dogmatik dargestellt hat, legten die Dekretisten und frühen Dekretalisten das Fundament für eine autonome Stellung des kirchlichen Strafrechts, indem sie eine Lehre von der strafrechtlichen Schuld entwickelten, zu deren Voraussetzungen auch die Abgrenzung strafrechtlich relevanter Verbrechen zur...

    • 18 Summarischer Syndikatsprozeß: Einflüsse des kanonischen Rechts auf die städtische und kirchliche Gerichtspraxis des Spätmittelalters
      (pp. 252-274)
      Susanne Lepsius

      Die Bedeutung des kanonischen Rechts und der Kanonisten für das politische Denken im Mittelalter kann kaum überschätzt werden. Kenneth Pennington hat in wertvollen Untersuchungen gezeigt, wie die Kanonisten seit dem 12. Jahrhundert einerseits dem Herrscher die Kompetenz zusprachen, neues Recht zu setzen und das Recht insgesamt zu gewährleisten—also Herrschaft durch Recht zu legitimieren—, sie aber auch darum bemüht waren, eine allzu unbeschränkte Macht des Fürsten durch Recht einzuhegen.¹ Nach gewichtigen mittelalterlichen Stimmen war der Herrscher sowohl durch naturrechtlich definierte Rechte der Menschen (etwa das Eigentumsrecht), als auch an die rechtssichernde Funktion des ordo iudiciarius, also an Verfahrensgrundsätze (bei...

    • 19 Fonti per la storia della giustizia ecclesiastica medievale a Siena
      (pp. 275-288)
      Mario Ascheri

      Da qualche anno attendevo l’occasione di proporre un chiarimento la cui esigenza mi è apparsa subito necessaria nel quadro delle mie ricerche di storia su Siena e il suo territorio.¹ Da quando cioè Charles Donahue introdusse come ‘editor’ la parte relativa all’Italia nel suo fondamentale The Records of the Medieval Ecclesiastical Courts I: The Continent.² Allora espresse la sua convinzione profonda, e del tutto condivisibile, che ‘the history of the medieval ecclesiastical courts will not be fully known until someone can survey the holdings of the Italian archives and come to master their contents’.³

      Non è certo mio proposito colmare...

    • 20 Barbara Zymermanin’s Two Husbands
      (pp. 289-298)
      Ludwig Schmugge

      In the Later Middle Ages, canon law not only regulated the lives and careers of ecclesiastical persons, clerics, monks, and nuns but also had an enormous impact on the daily affairs of the laity. Even marriage, the most intimate relationship between men and women, was not beyond scrutiny, since it was viewed as a holy sacrament of the Church. The degree of supervision and interference is still apparent from the surviving records of thousands of matrimonial cases. These records were produced by the episcopal courts that operated in every diocese of Latin Christendom. According to the matrimonial law defined by...

  9. PART FOUR. Canonists in Conversation with the Wider World
    • 21 L’origine et la diffusion de l’adage canonique Necessitas non habet legem (VIIIe–XIIIe s.)
      (pp. 301-319)
      Franck Roumy

      La maxime Necessitas non habet legem est fameuse. Plongeant ses origines dans le Jus commune, son usage se poursuit jusqu’à aujourd’hui et elle figure encore dans différents dictionnaires d’adages juridiques utilisés tant dans les pays continentaux que dans ceux de common law.¹ En Allemagne, en Angleterre, aux États-Unis, en Italie ou en France, notamment, la pratique judiciaire y recourt toujours occasionnellement et, surtout, l’adage a fini par acquérir valeur de proverbe. ‘Not kennt kein Gebot’, dit-on en allemand.² ‘Nécessité n’a point de loi’, disent les Français, depuis que le juriste Antoine Loisel, au début du XVIIe siècle, a popularisé un...

    • 22 Innocent III, Huguccio de Ferrare et Hubert de Pirovano: Droit canonique, théologie et philosophie à Bologne dans les années 1180
      (pp. 320-346)
      Charles de Miramon

      Il y a trente ans, le maître que nous honorons dans ce volume faisait paraître un article sur l’éducation juridique d’Innocent III. Il y montrait que rien dans les écrits du pape ne laisse transparaître une culture technique de canoniste ou de civiliste. La thèse proposée par Kenneth Pennington d’un Innocent, pur théologien, fut d’abord mal reçue. Son maître, Stephan Kuttner, continuait à penser que l’œuvre législatrice considérable d’Innocent III ne pouvait s’expliquer que par une formation juridique. Werner Maleczeck et Wilhelm Imkamp ont repris par la suite la thèse d’un Innocent juriste. Kenneth Pennington a répondu à leurs critiques...

    • 23 Considerazioni sulla pervasività della religione nella società e negli ambienti di studio universitari in età tardo-medievale
      (pp. 347-356)
      Manlio Bellomo

      In un suo classico libro su ‘La cultura della città’, pubblicato nel lontano 1938, l’urbanista e architetto americano Mumford scolpiva con poche parole uno dei tratti fisionomici della società europea del medioevo: ‘L’individuo isolato, durante il medioevo, si trova ad avere per destino o l’esilio o la morte’.¹

      Sono parole che mi tornano in mente nel momento in cui comincio a riflettere su un tema che tocca direttamente la vita degli studenti convergenti verso le città dotte, e verso Bologna e Parigi prima che altrove e più che altrove.

      Alcuni giovani non giungono isolatamente. Conoscono i rischi del viaggio e...

    • 24 Il diritto canonico, fonte della giurisprudenza occidentale nell’Ungheria e nella Polonia del medioevo
      (pp. 357-364)
      Péter Erdö

      Il sistema dello Ius commune cristallizzatosi nelle università e nella prassi dell’Italia medievale ebbe il suo influsso in tutto il continente europeo. Tale influsso però era diverso a seconda le varie regioni. Nella parte orientale dell’Europa centrale, in presenza di regni talmente gelosi della propria indipendenza dall’Impero Romano-Germanico come la Polonia e l’Ungheria, il diritto dei cesari non poteva essere direttamente recipito. Era invece valido, e non soltanto come ratio scripta ma anche praticamente nella vita quotidiana, l’ordinamento universale della Chiesa, cioè il diritto canonico. Esso era infatti il canale principale dell’influsso della cultura giuridica occidentale, soprattutto italiana in quella...

    • 25 Hohfeld on Ockham: A Canonistic Text in the Opus nonaginta dierum
      (pp. 365-374)
      Brian Tierney

      Of course Wesley Hohfeld did not write about William of Ockham; but he could have done.¹ Since Hohfeld originally published his fourfold classification of the meanings of the word ‘right’ in English law, his work has proved applicable in various other fields of study. Judith Thomson pointed out that Hohfeld’s argument could be useful in considering problems of moral and political philosophy. She noted that Hobbes’s concept of a right corresponded to Hohfeld’s ‘privilege’ or ‘liberty’. More importantly in the present context, Charles Reid has shown how Hohfeld’s analysis can be applied to medieval canonistic texts; he was able to...

    • 26 Thomas More and the Canon Law
      (pp. 375-388)
      R. H. Helmholz

      How much did English common lawyers know of the Roman and canon laws? What use did they make of what they knew? These are questions of perennial interest to legal historians.¹ This paper makes a small contribution to the subject, taking a famous lawyer as its focus. I hope it will interest the honoree of this volume. It might. The interaction between canon law and secular law has been among the many subjects his own work has illuminated.² In this hope, the paper appraises the role of the canon law in the life and work of Thomas More (1478–1535),...

  10. Bibliography of Kenneth Pennington’s Published Works
    (pp. 389-398)
  11. List of Contributors
    (pp. 399-400)
  12. Index
    (pp. 401-404)
  13. Back Matter
    (pp. 405-405)