Edmund Husserl's Phenomenology

Edmund Husserl's Phenomenology

Joseph J. Kockelmans
Copyright Date: 1994
Published by: Purdue University Press
https://www.jstor.org/stable/j.ctt6wq5mg
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  • Book Info
    Edmund Husserl's Phenomenology
    Book Description:

    In Edmund Husserl's Phenomenology, Joseph J. Kockelmans provides the reader with a biographical sketch and an overview of the salient features of Husserl's thought. Kockelmans focuses on the essay for the Encyclopedia Britannica of 1928, Husserl's most Important effort to articulate the aims of phenomenology for a more general audience.

    eISBN: 978-1-61249-043-4
    Subjects: Philosophy

Table of Contents

  1. Front Matter
    (pp. i-iv)
  2. Table of Contents
    (pp. v-viii)
  3. PREFACE
    (pp. ix-xii)
  4. ACKNOWLEDGMENTS
    (pp. xiii-xiv)
  5. LIST OF ABBREVIATIONS
    (pp. xv-xvi)
  6. INTRODUCTION
    (pp. 1-27)

    Edmund Gustav Albrecht Husserl was born in Prossnitz (Prostejov) in Mähren (Moravia) on 8 April 1859 as the second of four children.¹ His father was Adolf Abraham Husserl, and his mother Julie Selinger, both of Jewish descent. Although Moravia later became part of Czechoslovakia, at the time of Husserl’s birth it was still part of the Austro-Hungarian Empire, so that Husserl was an Austrian by birth.

    Husserl finished his elementary education at the age of ten and then was sent to Vienna to enter secondary school. For several years, he attended theRealgymnasiumin that city, but he completed his...

  7. CHAPTER ONE Introduction to the Encyclopaedia Article
    (pp. 28-46)

    [277] “Phänomenologie” bezeichnet eine an der Jahrhundertwende in der Philosophie zum Durchbruch gekommene neuartige deskriptive Methode und eine aus ihr hervorgegangene apriorische Wissenschaft, welche dazu bestimmt ist, das prinzipielle Organon für eine streng wissenschaftliche Philosophie zu liefern und in konsequenter Auswirkung eine methodische Reform aller Wissenschaften zu ermöglichen. Zugleich mit dieser philosophischen Phänomenologie, aber zunächst von ihr nicht geschieden, erwuchs eine neue, methodisch und inhaltlich ihr parallele psychologische Disziplin, die apriorisch reine oder “phänomenologische [278] Psychologie”, die den reformatorischen Anspruch erhebt, das prinzipielle methodische Fundament zu sein, auf dem allein eine wissenschaftlich strenge empirische Psychologie zu begründen ist. Die Umschreibung...

  8. DIVISION ONE: Phenomenological Psychology
    • CHAPTER TWO Pure Science of Nature and Pure Psychology
      (pp. 48-73)

      Die neuzeitliche Psychologie ist die Wissenschaft vom “Psychischen” im konkreten Zusammenhang der raumzeitlichen Realitäten, also von in der Natur sozusagen ichartig Vorkommendem mit all dem, was untrennbar dazugehört als psychisches Erleben (wie Erfahren, Denken, Fühlen, Wollen), als Vermögen und Habitus. Die Erfahrung bietet das Psychische als bloße Seinsschicht an Menschen und Tieren. Die Psychologie ist danach ein Zweig der konkreteren Anthropologie bzw. Zoologie. Animalische Realitäten sind zunächst einer Grundschichte nach physische Realitäten. Als das gehören sie in den geschlossenen Zusammenhang der physischen Natur, der Natur im ersten und prägnantesten Sinn, welche das universale Thema einer reinen Naturwissenschaft ist, d.i. einer...

    • CHAPTER THREE The Purely Psychical as Given in Experience: Intentionality
      (pp. 74-109)

      Für eine Begründung und Entfaltung dieser Leitidee bedarf es als ein Erstes der Klärung des Eigentümlichen der Erfahrung und insbesondere der reinen Erfahrung von Psychischem und dieses rein Psychischen selbst, das sie offenbart und das zum Thema der reinen Psychologie werden soll. Wir bevorzugen naturgemäß die unmittelbarste Erfahrung, die uns je unser eigenes Psychisches enthüllt.

      Die Einstellung des erfahrenden Blickes auf unser Psychisches vollzieht sich notwendig als eine Reflexion, als Umwendung des vordem anders gerichteten Blickes. Jede Erfahrung läßt solche Reflexion zu, aber auch jede sonstige Weise, in der wir mit irgend welchen realen oder idealen Gegenständen beschäftigt sind, etwa...

    • CHAPTER FOUR The Field of the Purely Psychical, the Phenomenological Reduction, and Genuine Inner Experience
      (pp. 110-127)

      Die Idee einer phänomenologischen Psychologie ist durch die ganze Weite des aus der Selbsterfahrung und der in ihr fundierten Fremderfahrung entspringenden Aufgabenkreises umzeichnet. Aber es ist noch nicht klar, ob eine in Ausschließlichkeit und Konsequenz fortgeführte phänomenologische Erfahrung uns ein derart abgeschlossenes Seinsfeld verschafft, daß eineausschließlichdarauf bezogene, von allem Psychophysischen reinlich abgelöste Wissenschaft erwachsen kann. Hier bestehen in der Tat Schwierigkeiten, welche den Psychologen selbst nachBrentanosEntdeckung der Intentionalität die Möglichkeit einer solchen rein phänomenologischen Psychologie verdeckt haben. Sie betreffen schon die Herstellung einer wirklich reinen Selbsterfahrung und damit eines wirklich reinpsychischen [282] Datums. Es bedarf einer...

    • CHAPTER FIVE The Eidetic Reduction: Phenomenological Psychology as an Eidetic Science
      (pp. 128-143)

      Inwiefern sichert die Einheit des phänomenologischen Erfahrungsfeldes die Möglichkeit einer darauf ausschließlich bezogenen, also rein phänomenologischen Psychologie? Nicht ohne weiteres einer empirisch reinen, einer von allem Psychophysischen abstrahierenden Tatsachenwissenschaft. Anders steht es mit einer apriorischen Wissenschaft. Jedes in sich abgeschlossene Feld möglicher Erfahrung gestatteteo ipsoden universalen Übergang von der Faktizität zur Wesensform (Eidos). So auch hier. Wird die phänomenologische Faktizität irrelevant, dient sienurexemplarisch und als Unterlage für eine freie aber anschauliche Variation der faktischen Einzelseelen und Seelengemeinschaften in a priori mögliche (erdenkliche) und richtet sich nun der theoretische Blick auf das sich in der Variation notwendig...

    • CHAPTER SIX The Function of Phenomenological Psychology for Empirical Psychology
      (pp. 144-172)

      Die phänomenologisch reine Psychologie ist das unbedingt notwendige Fundament für den Aufbau einer “exakten” empirischen Psychologie, die nach dem Vorbild der exakten rein physischen Naturwissenschaft seit deren neuzeitlichen Anfängen gesucht worden ist. Der prinzipielle Sinn der Exaktheit dieser Naturwissenschaft liegt in ihrer Fundierung auf das apriorische, in eigenen Disziplinen (reine Geometrie, reine Zeitlehre, Bewegungslehre usw.) entfaltete Formensystem einer denkmöglichen Natur überhaupt. Durch die Verwertung dieses apriorischen Formensystems fur die faktische Natur gewinnt die vage induktive Empirie Anteil an der Wesensnotwendigkeit und die empirische Naturwissenschaft selbst den neuen methodischen Sinn, für alle vagen Begriffe und Regeln die diesen notwendig zu unterlegenden...

  9. DIVISION TWO: From Phenomenological Psychology to Transcendental Phenomenology
    • CHAPTER SEVEN The Transcendental Problem: Its Origin and Its Quasi-Solution by Psychologism
      (pp. 174-205)

      Die Idee einer rein phänomenologischen Psychologie hat nicht nur die soeben dargelegte reformatorische Funktion für die empirische Psychologie. Aus tiefliegenden Gründen kann sie als Vorstufe für die Freilegung des Wesens einer transzendentalen Phänomenologie dienen. Auch historisch ist diese Idee nicht aus den eigenen Bedürfnissen der Psychologie selbst erwachsen. Ihre Geschichte führt uns bis auf J.Lockesdenkwürdiges Grundwerk zurück und auf die bedeutsame Auswirkung der von ihm ausgehenden Impulse durch J.Berkeleyund D.Hume. Schon beiLockewar aber die Beschränkung auf das rein Subjektive von außerpsychologischen Interessen bestimmt. Die Psychologie stand im Dienste des durchDescarteserweckten Transzendentalproblems....

    • CHAPTER EIGHT The Transcendental Reduction
      (pp. 206-227)

      “Wir” sollten also doppelt sein, psychologisch als wir Menschen Vorhandenheiten in der Welt, Subjekte seelischen Lebens und zugleich transzendental als die Subjekte eines transzendentalen weltkonstituierenden Lebens? Diese Doppelheit klärt sich durch evidente Aufweisung. Die seelische Subjektivität, das konkret gefaßte “ich” und “wir” der alltäglichen Rede, wird in ihrer reinen psychischen Eigenheit erfahren durch die Methode phänomenologisch-psychologischer Reduktion. In eidetischer Abwandlung schafft sie den Boden für die rein phänomenologische Psychologie. Die transzendentale Subjektivität, auf die im transzendentalen Problem hingefragt und die in ihm als Seinsboden vorausgesetzt ist, ist keine andere als wiederum “ich selbst” und “wir selbst”, aber nicht als die...

    • CHAPTER NINE Pure Psychology as Propaedeutic to Transcendental Phenomenology
      (pp. 228-244)

      Durch die Aufklärung der wesensmäßigen Doppeldeutigkeit der Bewußtseinssubjektivität und der auf diese zu beziehenden eidetischen Wissenschaft wird die historische Unüberwindlichkeit des Psychologismus aus tiefsten Gründen verständlich. Seine Kraft liegt in einemwesensmäßigen transzendentalen Schein,der unenthüllt fortwirken mußte. Verständlich wird auch durch die gewonnene Aufklärung auf der einen Seite die Unabhängigkeit der Idee einer transzendentalen Phänomenologie und ihrer systematischen Durchführung von derjenigen einer phänomenologisch reinen Psychologie, auf der anderen Seite doch die propädeutische Nützlichkeit eines vorausgeschickten Entwurfes reiner Psychologie für ein Aufsteigen zur transzendentalen Phänomenologie, eine Nützlichkeit, die die vorliegende Darstellung geleitet hat. Was das eine anlangt, ist es offensichtlich,...

  10. DIVISION THREE: Transcendental Phenomenology as First Philosophy
    • CHAPTER TEN Transcendental Phenomenology as Ontology: Its Function for the Eidetic and the Empirical Sciences
      (pp. 246-299)

      In Erwägung der Tragweite der transzendentalen Phänomenologie ergeben sich merkwürdige Konsequenzen. In ihrer systematischen Durchführung verwirklicht sie dieLeibnizsche Idee eineruniversalen Ontologieals systematischer Einheit aller erdenklichen apriorischen Wissenschaften, aber in einer neuen, den “Dogmatismus” durch die transzendental phänomenologische Methode überwindenden Begründung. Die Phänomenologie als Wissenschaft von allen erdenklichen transzendentalen Phänomenen und zwar je in den synthetischen Gesamtgestalten, in denen sie allein konkret möglich sind—denen von transzendentalen Einzelsubjekten, verbunden zu [297] Subjektgemeinschaften—isteo ipsoapriorische Wissenschaft von allem erdenklichen Seienden; aber dann nicht bloß von dem All des objektiv Seienden und nun gar in einer Einstellung natürlicher...

    • CHAPTER ELEVEN Phenomenology as the All-embracing Philosophy and the Science of the Ultimate and Highest Problems
      (pp. 300-317)

      Eben damit restituiert sich der ursprünglichste Begriff der Philosophie als universaler Wissenschaft aus radikaler Selbstrechtfertigung—die im alten platonischen und wiederum im cartesianischen Sinn allein Wissenschaft ist. Die streng systematisch durchgeführte Phänomenologie des vorhin erweiterten Sinnes ist identisch mit dieseralleechte Erkenntnis umspannenden Philosophie. Sie zerfällt in die eidetische Phänomenologie (oder universale Ontologie) alsErste Philosophieund in dieZweite Philosophie,die Wissenschaft vom Universum der Fakta oder der sie alle synthetisch beschließenden transzendentalen Intersubjektivität. Die Erste Philosophie [299] ist das Universum der Methode für die Zweite und ist auf sich selbst zurückbezogen in ihrer methodischen Begründung.

      In der...

    • CHAPTER TWELVE The Phenomenological Resolution of All Philosophical Antitheses
      (pp. 318-346)

      In der systematischen, von den anschaulichen Gegebenheiten zu den abstrakten Höhen fortschreitenden Arbeit der Phänomenologje lösen sich von selbst und ohne Künste einer argumentierenden [300] Dialektik und ohne schwächliche Bemühung und Kompromisse die altüberlieferten vieldeutigen Gegensätze philosophischer Standpunkte auf, Gegensätze wie die zwischen Rationalismus (Platonismus) und Empirismus, Relativismus und Absolutismus, Subjektivismus und Objektivismus, Ontologismus und Transzendentalismus, Psychologismus und Antipsychologismus, Positivismus und Metaphysik, teleologischer und kausalistischer Weltauffassung. Überall berechtigte Motive, überall aber Halbheiten oder unzulässige Verabsolutierungen von nur relativ und abstraktiv berechtigten Einseitigkeiten. DerSubjektivismuskann nur durch den universalsten und konsequentesten Subjektivismus (den transzendentalen) überwunden werden. In dieser Gestalt ist...

  11. EPILOGUE
    (pp. 347-348)

    During his lifetime and especially after his death, Husserl’s ideas have had an enormous influence on twentieth-century thought. Husserl may very well have been the most influential philosopher of the century. Toward the end of his life he was often discouraged. In addition to the almost unbearable political situation in which he had come to find himself, there was the full realization that there really was nobody willing and able to continue the work he had started. He had hoped that Heidegger would have been this person; yet Heidegger preferred to go his own way. In Husserl’s view, the task...

  12. BIBLIOGRAPHY
    (pp. 349-356)
  13. INDEX
    (pp. 357-370)